Sun Reisestudio GmbH

 2. Hallertauer Pfingstkreuzfahrt vom 10. ‐ 18.Juni 2011
Eine Reise des Reisebüros TUI Travel Star
Reiseerinnerungen von Reinhard Zink


Der Erfolg der ersten Kreuzfahrt „Wolnzach sticht in See“ ins westliche Mittelmeer im Juni 2010 und die Mundpropaganda ließen die Präsentation der „2.Hallertauer Pfingstkreuzfahrt“ im Herbst 2010 im Rathauskeller zu einem Riesenerfolg werden. Schließlich sollten es insgesamt 113 Teilnehmer werden, die dieses Mal ins östliche Mittelmeer in See stechen wollten. Im Frühjahr 2011 fand dann ein großes Treffen aller Teilnehmer im Hopfenmuseum statt, bei dem die Reise mit den Landspaziergängen vorgestellt wurde und Details geklärt wurden. Die Vorbereitungen „hinter den Kulissen“ mussten getätigt werden, z.B. wer mit wem im Bus fahren und zu Tisch sitzen wollte und schließlich die Verteilung der Teilnehmer auf die einzelnen Gruppenbegleiter.

Route der MSC Magnifica durchs östliche Mittelmeer


Freitag ,10. Juni 2011: Anreisetag


Am Freitag, 10.Juni ist es so weit. Um 15 Uhr starten zwei Busse von Ideal‐Tours, die für die MSC Kreuzfahrten fahren, vom Wolnzacher Hopfenmuseum. Ein Bus fährt über Fröttmaning, wo Münchner Gäste zusteigen. Ein weiterer kleiner Teilnehmerkreis reist mit dem PKW an.

In Innsbruck wird Pause gemacht. Über den Brenner geht es schließlich nach Südtirol. Dieser Teil Italiens gehörte früher zu Österreich , kurzfristig auch zu Deutschland und besitzt nach wie vor die Zweisprachigkeit, die allerdings vor Trient endet. Wegen hohem Verkehrsaufkommens sind wir etwas in zeitlichem Verzug und kommen erst gegen 22 Uhr im Hotel Antares in Villafranca bei Verona an. Da wir kein Abendessen mehr bekommen, einige gehen außerhalb zum Pizzaessen, besorgen wir uns unsere Kalorien durch einige feine alkoholische Getränke in der Bar.


Samstag, 11. Juni 2011: Venedig, Italien


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Nach dem Frühstück starten wir bei Regen Richtung Venedig. Der Regengott hat leider nur ein kurzes Einsehen mit uns – beim Auspacken scheint sogar die Sonne aber als wir uns nach reichlichen bürokratischen Hindernissen endlich auf dem Shuttleboot zum Markusplatzeinfinden, werden – so scheint es ‐ alle Schleusen des Himmels geöffnet und man sieht kurzfristig keine 30 Meter mehr. Aber als wir aussteigen, geht es schon wieder einigermaßen. Ein rotes Fähnchen voraus und eines hinterher, die Reisebegleiter hoffen, dass alle Teilnehmer dazwischen sind. Manche machen sich selbstständig, aber der Großteil der Gruppe bummelt tapfer im leichten Nieselregen durch die Gassen Venedigs. Längst haben die Gruppenbegleiter keine Übersicht mehr, aber irgendwie schaffen sie es, die Hauptsehenswürdigkeiten gemeinsam zu finden und ein paar Erklärungen abzugeben. Die Seufzerbrücke ist unser erster Halt. Sie wird deshalb so bezeichnet, weil die im Dogenpalast Verurteilten gleich über die Brücke ins danebenliegende Gefängnis geführt wurden. An zwei riesigen Säulen vorbei betreten wir den Markusplatz: Touristen wohin man schaut. Der 98 m hohe Campanile, ab 1902 neu errichtet, nachdem er eingestürzt war, steht auf ca. 80 000 Eichenpfählen, wie auch sonst fast die ganze Stadt auf Pfählen errichtet ist. Gegenüber dann der im gotischen Stil ab 1340 erbaute Dogenpalast, worin sich alle wichtigen Regierungsinstitutionen und Gerichte befanden und die daran angebaute Kirche San Marco, die zwar keinen Turm hat dafür aber fünf Kuppeln. Ab dem 11.Jahrhundert erbaut und immer wieder erweitert, präsentiert sie sich im byzantinischem Stil. Im Inneren viele Beutestücke der Kreuzfahrer, die meist von Venedig aus aufbrachen. Leider muss man mit ca. einer Stunde Wartezeit rechnen, um hinein zu kommen, deshalb geht es weiter durch die engen Gässchen, an Kanälen vorbei bis hin zur Rialtobrücke, die ein Hauptziel vieler Touristen darstellt. Wunderbare Paläste und ehemalige Handelshäuser sind auf beiden Seiten zu sehen. Auf dem Canal Grande endlich die Vaporettos (Wassertaxi) und Ausflugsschiffe, welche viele schon von Commissario Brunetti aus den Kriminalfilmen nach Donna Leons Romanen kennen. Danach geht es wieder zurück und am Markusplatz bleibt sogar noch Zeit, das eine oder andere Souvenir zu erstehen oder einen Capuccino zu trinken, der in den kleinen Cafes durchaus erschwinglich ist.

Dann betreten wir unsere schwimmende Stadt. Nach dem Einchecken geht es auf die Kabinen und zum Büffet auf Deck 13, um sich zu stärken.

Pünktlich um 17.00 fährt die MSC Magnifica los. Die Fahrt durch den Canal Grande‐ und jetzt bei Traumwetter‐ wird zu einem besonderen Erlebnis. Sozusagen zu unseren Füßen breitet sich die Stadt Venedig aus. Die oberen Decks überragen bei weitem die Gebäude der Stadt, natürlich nicht den 98 Meter hohen Campanile, das Wahrzeichen der Lagunenstadt.

Wir sind begeistert von der Durchfahrt!

Um 19.00 Abendessen auf Deck fünf im L‘ Edera Restaurant. Es ist gar nicht so leicht, sich am Anfang zu Recht zu finden. Die Sitzordnung ist festgelegt. Die Kellner schwirren nur so heran und wir bestellen Getränke und Abendessen. Bei der Auswahl ist sicher für jeden etwas dabei. Wer sich heute noch fit fühlt, besucht um 22.00 Uhr die Show im Theater, wo Artisten und Jongleure und ein Schattenspielkünstler ihr Bestes geben. Oder man macht noch einen Streifzug durch das Schiff, um sich ein bisschen zu orientieren. Die Magnifica ist immerhin fast 300 Meter lang, knapp 60 Meter hoch und 34 Meter breit, hat 13 Aufzüge und vieles mehr. Die Jugend findet sich am besten zurecht.

Bei ruhiger See geht es während der Nacht am italienischen Stiefel entlang Richtung Süden. Bis Bari sind es 325 Seemeilen, das sind ungefähr 600 Kilometer (1 Seemeile entspricht 1,852 km).


Sonntag, 12. Juni 2011: Bari, Italien


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Die Magnifica legt pünktlich um 10 Uhr im Hafen von Bari, der Hauptstadt Apuliens, an. Schon strömen die Passagiere, die Landausflüge gebucht haben, hinaus zu den Bussen, um im Hinterland die Trulli, kleine, für Apulien typische Rundhäuser, zu besichtigen. Etwas später marschieren wir mit einem Stadtplan ausgestattet, los. Zur Basilika St.Nicola sind es nur 15 Minuten. Wir schlendern‐ nach Gruppen getrennt – durch die malerischen Gassen der Altstadt, die sich so darstellen, wie man sich eine typisch italienische Stadt vorstellt: enge Gassen, Wäsche hängt auf den Balkonen oder bis zum Nachbarhaus.

1197 eingeweiht, wurde die Krypta der Kirche schon 100 Jahre vorher fertig, denn hier wurden die Reliquien des Hl. Nikolaus von Myra beigesetzt. Er ist auch Schutzpatron der Stadt. 60 Seeräuber holten damals die sterblichen Überreste dieses Heiligen aus Kleinasien nach Bari. Es handelt sich um denselben Hl. Nikolaus, der am 6.Dezemberunsere Kinder beschert. Außen ist die Kirche relativ schlicht gehalten, im Inneren der Basilika weist die Decke Darstellungen aus dem Leben des Heiligen auf. Wir besuchen auch die Krypta, die mit 28 Säulen bestückt ist. Vor der Kirche befindet sich eine überlebensgroße Statue des Hl. Nikolaus.

Ein paar hundert Meter weitererreichen wir die Kathedrale San Sabino, Ende des 12.Jahrhunderts im romanischen Stil als dreischiffige Basilika erbaut. Es findet gerade die diesjährige Firmung statt. Nach kurzer Besichtigung bleibt etwas Zeit zum Rasten oder einen Capuccino in einer der vielen Tavernen zu trinken. Schließlich kommen wir zur Festung. Das „Schwaben‐Schloss“, wie es übersetzt heißt,wurde nach mehreren Zerstörungen unter Kaiser Friedrich II. ab 1233 wieder auf‐und umgebaut. Interessierte machen einen Rundgang durch das Kastell, wo uns vor allem Säulen mit reich geschmückten Figuren beeindrucken. Zum Mittagessen sind wir wieder an Bord und um 15 Uhr legt das Kreuzfahrtschiff ab Richtung Katakolon in Griechenland. (Entfernung: 307 Seemeilen)

Der Nachmittag wird individuell genutzt zum Entspannen, Baden am Pool oder zu diversen Aktivitäten wie Tanzen, Sport, Quiz, Geschicklichkeitsspiele und für die Kleineren der Spielbereich. Unterbrochen wird der Nachmittag durch die obligatorische Seenotrettungsübung, die aber in 20 Minuten wieder vorbei ist. Nach dem Abendessen erwartet uns im Theater die Musikbox, eine Mischung aus Sologesang, Artistik und Tanz.

Manch einen findet man gegen Mitternacht im Casino, um dort ein paar Euros zu riskieren. Von größeren Gewinnen hat man allerdings nichts gehört!


Montag, 13.Juni 2011: Katakolon ‐ Olympia, Griechenland

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Ankunft um 8.00 Uhr

Wer keinen Ausflug nach Olympia gebucht hat oder mit dem Taxi dorthin fährt, bleibt entweder an Bord und genießt die Ruhe oder spaziert mit den Gruppen in den Touristenort Katakolon. So werden Souvenirs aus Griechenland erstanden odereine der vielen Tavernen besucht.

Manche nutzen auch den Badestrand unweit des Ortes, um sich in den Wellen des Ionischen Meeres zu tummeln.
Die archäologische Stätte Olympia besteht leider nur aus etlichen Säulen, vielen Quadersteinen und vereinzelten Gebäuden bzw. Grundrissen. Aber mit sachkundigen Erklärungen fügt sich dann doch ein Bild zusammen, so dass man sich das Leben von damals einigermaßen vorstellen konnte. Die damaligen Spiele wurden zu Ehren der Götter durchgeführt und wie heute alle vier Jahre gefeiert. 40.000 Zuschauer konnten vom Stadion aus, dessen Erdwälle noch erhalten sind, die Wettkämpfe verfolgen. Seit 1896 gibt es die Olympischen Spiele der Neuzeit. Seit 1936, als die Spiele in Berlin stattfanden, gibt es erstmals einen Fackellauf mitolympischem Feuer, das alle vier Jahre durch einen Brennspiegel in Olympia entzündet wird und von Fackelläufern(im Jahre 1936 waren es 3331) zur Eröffnung ins Stadion über die gesamte Strecke(damals Olympia ‐ Berlin: 3187 km) getragen oder auch geflogen wird. Es ist heiß geworden und viele zieht es heute Nachmittag an den Pool, wo allerdings die Suche nach einem freien Liegestuhl manchmal erfolglos endet. Um 15 Uhr verlässt die Magnifica den Hafen von Katakolon und begibt sich Richtung Izmir, das 386 Seemeilen entfernt ist. Wir durchqueren die griechische Inselwelt. Durchschnittlich fährt das Schiff mit einer Geschwindigkeit von 22 Knoten (1 Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde). Was muss da an Maschinen und Energie dahinter stecken, um diese schwimmende Stadt mit etwa 40 km/h fortbewegen und manövrieren zu können!

Vor dem Abendessen ist ein Fototermin für ein Gruppenfoto am Pool auf Deck 13 angekündigt.
Das Entertainment bietet heute eine Artistin, die auf herabhängenden Bändern ihr akrobatisches Können zeigt, einen Akrobaten, der Balance‐Artistik in Vollendung ausführt und das Tanzensemble ist heute besonders geschmackvoll gekleidet.


Dienstag, 14. Juni 2011: Izmir, Türkei

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Schon lange vor der Ankunft um 9.00 Uhr sehen wir die türkische Küste, die umso stärker besiedelt ist, je näher wir uns der Drei‐Millionen‐Stadt Izmir nähern. Nicht nur am flachen Küstenstreifen, weit auf die Hänge des dahinter liegenden Gebirges reicht die Besiedlung .Viele Containerschiffe bewegen sich auf den Hafen von Izmir zu und weg.
Um 10 Uhr ist unser Landgang angesagt. Etwas hektisch verläuft der Transfer mit ca.18 Taxen zum Clock‐Tower oder türkisch „Konak‐Tower“.

Am Glockenturm, der in den meisten Abbildungen wesentlich höher dargestellt ist als in Wirklichkeit, führen dann die Reisebegleiter ein bisschen in die Geschichte Izmirs ein.

Von der Antike an bis 1922 hieß Izmir Smyrna und spielte schon damals eine wichtige Rolle bei den Römern und Osmanen. 1922 war Smyrna, das hauptsächlich von Griechen bewohnt war, dem Untergang nah. Damals wollte Griechenland die Stadt besetzen, was aber der spätere Präsident Atatürk verhindern konnte. 30.000 Häuser brannten damals nieder. Die Stadt wurde aber unter dem neuen Namen Izmir wieder aufgebaut und ist heute eine moderne pulsierende Stadt, mit zum Teil europäischer Atmosphäre – vor allem entlang des palmengesäumten Kordon.
Wir bummeln durch den nicht überdachten Bazar, wo es fast alles gibt: Schmuck, Lederwaren, Haushaltsgegenstände, Teppiche, Obst, Gewürze. Der Bazar ist sauber und die Händler sind nicht aufdringlich. Wir nehmen uns Zeit, trinken da und dort ein Glas Cay – Tee ist das türkische Nationalgetränk‐ und besuchen die Hisar Camii, die älteste Moschee Izmirs. Wie es sich gehört, ziehen wir die Schuhe aus und betreten die Moschee, die 1597 erbaut wurde. Sie ist nicht groß, aber für einige Teilnehmer ist es der erste Besuch in einer Moschee.
Anschließend machen wir eine längere Tee‐ und Kaffeepause. Gleich außerhalb befindet sich die ehemalige Karawanserei ‐erkennbar an den weiß‐rot gestreiften Mauern‐ wo bis in die 30er Jahre Kamelkarawanen Halt gemacht haben, um hier Handel zu treiben und um die Kamele zu versorgen. Nach der Besichtigung gehen wir gemütlich zum Kordon hinüber, der Uferpromenade, von wo aus die meisten mit dem Taxi wieder zum Schiff zurückkehren.
Natürlich haben auch Kulturbeflissene einen Ausflug nach Ephesus gebucht. Diese Stadt ‐ zuerst in griechischer, dann in römischer Hand ‐hatte zur antiken Zeit bis zu 250.000 Einwohner und war nach Rom die zweitgrößte Stadt des damaligen Imperiums. Nach Zerstörungen und Erdbeben im 5. Und 6. Jahrhundert, erholte sich die Stadt nicht mehr und zerfiel. Im 19. Jahrhundert begannen die Ausgrabungen. Heute sind berühmte, gut erhaltene Bauten zu sehen, wie z.B. die Celsus Bibliothek, der Hadrians‐Tempel, das große Theater, die Latrinenanlage oder die ionischen Kapitelle mit Tierkopfdarstellung. Insgesamt eine imposante Ausgrabung, die jährlich Hunderttausende Besucher anlockt.
Um 15.00 Uhr heißt es wieder: Leinen los! Mit dem Lied „Con te partiro“(mit dir fahr ich weg)des blinden italienischen Sängers Andrea Bocelli, das bei jedem Ablegen gesungen wird, verlassen wir den Hafen von Izmir. Bis Istanbul sind es289 Seemeilen.
Um 16.00 Uhr findet ein interessanter Vortrag zu technischen Einzelheiten des Schiffes statt, das im April 2010 in Hamburg bei einem aufwändigen Spektakel von Sophia Loren getauft wurde.

Das Abendessen findet wieder wie jeden Tag um 19.00 Uhr statt. Täglich finden wir ein Info‐Blatt auf der Kabine, auf dem die wichtigsten Informationen für den nächsten Tag abgedruckt sind. Wie man sich zum Abendessen kleiden soll, nautische Informationen, Abfahrtszeiten zu den Landausflügen, Essenszeiten, wann und wo was los ist. Heute elegant d.h. die Herren mit Krawatte, die Damen im Cocktailkleid oder ähnlich ‐ echte Hingucker waren da dabei! Und unsere Jugend? Sie hat sich fein rausgeputzt ‐ auch unsere Teenies zeigen sich von ihrer besten Seite.
Die Bordfotografen fotografieren zu allen Anlässen: beim Abendessen oder das Händeschütteln mit dem Kapitän. Die Bilder kann man sich dann anschauen und natürlich auch kaufen.

Man kann das MSC‐ Express‐Menü wählen oder man stellt sich aus mehreren Angeboten ein eigenes zusammen. Auf der MSC wird in erster Linie eine mediterrane Küche mit viel Fisch, Meeresfrüchten und Pasta angeboten. Getränke und Brötchen werden zuerst serviert, dann nimmt der Ober die Bestellung auf und nach kurzer Wartezeit kommt schon der erste Gang. Die Küche hat natürlich ihre eigene Logistik. Zig Köche bereiten am späten Nachmittag die Vor‐ und Nachspeisen vor, die dann in Kühlräumen gebunkert werden. Ein Koch z.B. grillt etwa 600 Fischfilets für das Restaurant L‘ Edera, die warm gehalten werden. Der Helfer des Obers holt dann nach Bestellung die Speisen aus der Küche und bringt sie dann mit einer Haube abgedeckt gewärmten Tellern in eine Koje und der Ober serviert sie dann den jeweiligen Gästen. Und das funktioniert bestens. Man bedenke, dass immerhin 2500 Passagiere an Bord sind, für die 1000 Personen an Schiffspersonal zur Verfügung stehen – aus aller Herren Länder: natürlich aus Italien, Indonesien, Indien, Honduras, Peru, Nepal usw. Sie verdienen etwa 1200 $ pro Monat (entspricht etwa einem Stundenlohn von 3.4 $), Kost und Logie frei. Für die Familien zu Hause ein gutes Geld, wenn man bedenkt, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen z.B. eines Nepalesen etwa 310€ ausmacht. Das Schiffspersonal arbeitet sechs bis acht Monate durch, ohne einen freien Tag, höchstens ein paar Stunden frei und täglich ca. zehn Stunden und immer freundlich lächelnd.

Ab 22 Uhr werden im 1200 Personen fassenden Theater Melodien verschiedener Musicals geboten, das Ballettensemble tanzt dazu.


Mittwoch, 15. Juni 2011: Istanbul, Türkei

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Schon die Hafeneinfahrt wird heute zum besonderen Genuss: Der exponierte Hügel mit dem Topkapi‐Palast, der Hagia Sophia und der Blauen Moschee vor Augen –das Highlight der Reise erwartet uns!

Die ersten Passagiere verlassen gleich nach Ankunft um 7.30 Uhr das Schiff. Unsere in Eigenregie gecharterten Busse mit 90 Teilnehmern (nur 42€ im Vergleich zu 101€ von MSC!) starten etwas später, auch die Fußgängergruppe mit dem Ehepaar Zink mit 19 Teilnehmern.

Die Reiseerinnerungen werden deshalb aus der Sicht von Herrn Zink geschrieben, die aber die Höhepunkte der anderen mit einschließt.

Istanbul, Byzanz und Konstantinopel‐ diese Namen stehen alle für diese Stadt.13,5 Millionen zählt man offiziell, es werden aber wohl 16 sein! Es war die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches von etwa 650 vor Christus bis 330 nach Christus, dann kam es unter die Herrschaft der Römer ab 330 nach Christus. Kaiser Konstantin herrschte damals über das Weltreich im Mittelmeergebiet und Kaiser Justinian baute die Stadt aus. Ab 1500 etwa kamen die Osmanen(Türken) wieder an die Macht und besonders unter Sultan Suleyman I. wurde die Stadt‐ besonders mit seinem berühmten Architekten Sinan weiter ausgebaut und Kirchen und Paläste errichtet. Ab etwa dem 16. Jahrhundert kam auch der Name Istanbul(offiziell Istanbul ab 1930 für Konstantinopel)auf. Da die Stadt strategisch günstig lag, wurde auch im 1.Weltkrieg heftig darum gekämpft. 1923 legte Kemal Atatürk die Grundlagen des neuen Staates Türkei mit der Hauptstadt Ankara. Neben den vielen Moscheen gibt es auch etliche christliche Kirchen und jüdische Synagogen. Hier ist anzumerken, dass türkische Frauen und Mädchen in Schulen und staatlichen Einrichtungen kein Kopftuch tragen dürfen.

Die Magnifica legt auf der europäischen Seite Istanbuls an. Wider Erwarten sind es nur etwa 800 Meter bis zur Galatabrücke, die sich über das Goldene Horn spannt. 1992 löste die Doppelstock‐ Brücke eine frühere Eisenbrücke ab. Auffallend sind die vielen Angler, die links und rechts auf der Brücke ihr Petri Heil suchen. Die Brücke ist zweigeschossig, im oberen Teil fließt der Verkehr, im unteren Teil befinden sich Restaurants und Boutiquen. Auf der anderen Seite der Brücke betreten wir die „Neue Moschee“. Der Name ist etwas irreführend, denn sie wurde bereits zwischen 1598 und 1664 errichtet. Von außen wirkt sie mit ihren zwei hohen Minaretten und einer gewaltigen Kuppel sehr wuchtig. Da sie nicht so sehr im Fokus der Touristen steht, sind wir fast alleine. Wie üblich ist die Moschee vollständig mit Teppichen ausgelegt, die Gebetsrichtung nach Mekka durch einen Schrein vorgegeben.
Die fein gearbeitete Kanzel ist für das Freitagsgebet vorgesehen, von der aus ein Imampredigt. Bevor ein Muslim die Moschee betritt, reinigt er sich durch rituelle Waschungen. Wandmosaike und Zeichnungen schmücken Wände und Deckengewölbe.

Anschließend halten wir uns im Gewürzbazar auf. Wohlriechende Düfte lassen uns bei dem einen oder anderen sehr freundlichen und deutsch sprechenden Händler anhalten. Danach geht es zum Großen Bazar. Vier Haupttore führen in den Markt. Die Hauptstraßen sind nach dem Verkauf der Waren benannt beispielsweise die Straße der Teppichhersteller, der Taschenmacher, Trödelwarenverkäufer, der Juweliere usw. Hier muss man auf „Teufel komm raus“ feilschen und handeln.Viele Einheimische aber auch die Kreuzfahrtpassagiere bummeln durch die überdachten Gassen. Bald verlassen wir den Markt und besuchen die Yerebatan –Zisterne. Keine der 336 Säulen gleicht der anderen. Kaiser Justinian ließ sie aus allen Teilen des Reiches herbeischaffen. Im Jahre 532 wurde die Zisterne fertig und diente u.a. zur Wasserversorgung des Palastes.

Gleich gegenüber wurde 537 die Hagia Sophia erbaut. Von außen hinterlässt sie keinen so besonderen Eindruck. Vier mächtige Stützpfeiler tragen die riesige Kuppel. 1453, als die Türken Konstantinopel eroberten, wurde sie zur Moschee. Die Mosaiken im Innenraum zählen zu den wertvollsten Werken byzantinischer Kunst – 4,5 Tonnen Gold sollen dazu verwendet worden sein. Aber auch die Sultansloge aus osmanischer Zeit und die Kanzel sind von hoher Qualität. Seit 1934wird sie als Museum genutzt.

Die Sultan Ahmet Moschee, auch Blaue Moschee genannt, wirkt wesentlich eleganter als die Hagia Sophia. Das zeigen schon die sechs Minarette, deren Silhouette von überall zu sehen ist. Mehr als 20.000 meist blaue und grünliche Kacheln und 260 Fenster bestimmen das Innere der Moschee.

Unweit der Moschee befindet sich ein kleiner überdachter Brunnen, den Kaiser Wilhelm II. anlässlich seines Besuches 1898 dem damaligen türkischen Herrscher Abdul Hamid II. als Geschenk errichten ließ.
Die letzte wichtige Sehenswürdigkeit ist der Topkapi Palast. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts war er religiöser und machtpolitischer Mittelpunkt des Osmanischen Reiches. Er besteht aus vier Höfen, die im Laufe der Jahrhunderte erbaut wurden. Der Haremstrakt ist nur vom Zweiten Hof aus zugänglich und umfasst alleine 300 ineinander verschachtelte Räume. Weltberühmt ist auch die Schatzkammer mit dem Topkapi‐Dolch, der durch den Film „Topkapi“ in den 60er Jahren bekannt wurde. Bis zu 5000 Menschen wohnten zeitweise hinter den Palastmauern. Die Aussicht auf den Bosporus ist traumhaft, sollte aber in früherer Zeit nur dem Sultan und seinen engsten Vertrauten vorbehalten sein.

Nach der mehrstündigen Visite Istanbuls sind wir beeindruckt und auch etwas geschafft. Für den Nachmittag verlangen wir uns keine größeren Unternehmungen und genießen um 16.30 Uhr die Ausfahrt des Schiffes mit Blick auf das Goldenen Horn und den überwältigenden Blick auf die Stadt.

Nach Dubrovnik sind es 890 Seemeilen! Wir durchqueren das Marmarameer und während der Nacht die Meerenge der Dardanellen‐ immer griechische Inseln im Visier.

Im Theater wird heute Klassische Musik geboten. Sopran und Tenor, Geige und Klavier sind die „Hauptdarsteller“.


Donnerstag, 16.Juni 2011: Auf See, Ägäis &Peloponnes


Mit Gewitter und kräftigem Wind begrüßt uns der heutige Tag. Zum Nachmittag hin wird es aber ruhiger. Wir genießen den Tag an Bord der Magnifica mit dem Angebot der Entertainment‐Crew, lesen, entdecken die vielen griechischen Inseln der Ägäis, fahren den ganzen Tag an der griechischen Halbinsel Peloponnes vorbei und wer Glück hatte, konnte sogar Delfine sehen.
Zum Abendessen wieder festlich! Die Abendshow bietet Tanz und Akrobatik‐ die Akteure treten barock gewandet auf.
Die 16 Decks haben jede Menge zu bieten: Fitness Center, Sportdeck, Cafeterias, Whirlpools, Duty Free Shop, Einkaufsstraße, Beauty Bereich, Casino, Bücherei usw. Da ist für jeden etwas dabei.

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Wer noch bis 24.00 Uhr aushält erlebt ein kulinarisches Mitternachtsbüfett, an dem besonders ausgebildete Köche schon den ganzen Tag über gearbeitet haben. Skulpturen und Figuren aus Eis, Obst, Brot oder Schokolade sind „geschnitzt“ und geformt worden z.B. Hühner, Enten, ein Indianerhäuptling, Türme und vieles mehr. Die Dekorationen sind wirklich gelungen. Und man kann es sich nicht verkneifen ein paar Happen zu probieren.


Freitag, 17.Juni 2011: Dubrovnik, Kroatien

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Wir passieren die letzte griechische Insel Korfu und fahren an der Küste Albaniens und Montenegros vorbei bis wir schließlich kroatisches Gewässer erreichen. Um die Einfahrt zur Stadt und die Manöver des Schiffes dabei zu beobachten gehen viele auf ein oberes Deck. Die Aussicht ist traumhaft: Inseln, schroff abfallende Steilhänge und eine Hängebrücke, vor der die Magnifica ein tolles Wendemanöver vollführt, begleiten uns bis zur Anlegestelle im Stadtteil Gruz. Um 12.30 Uhr legen wir an. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer geht von Bord. Eine zehnminütige Shuttlefahrt oder Taxis bringen uns bis vor die Tore der Altstadt, wo uns Frau Brückner die Tickets für die Stadtmauer besorgt.

Die geschützte Lage auf dem Kap haben schon Griechen und Römer zu schätzen gewusst. Im 7. Jahrhundert wird die damalige Stadt „Ragusa“ offiziell gegründet. 1667 wurde sie von einem Erdbeben völlig zerstört aber wieder aufgebaut. Auch Napoleon bescherte so manches Leid, dann kam Kroatien bis 1918 zu Österreich. Von da an hieß die Stadt Dubrovnik und war bis 1991 Teil Jugoslawiens. Während der folgenden Unabhängigkeitskriege wurde Dubrovnik von Soldaten Montenegros stark beschossen und schwer beschädigt. Die neu eingedeckten Dächer zeugen noch davon und auch so manche Häuserwand musste erneuert werden. Kroatien wird 2013EU‐Mitglied.
Gegenüber dem Onofrio‐Brunnen, der mit 16 Wasserspeiern verziert ist und aus dem seit 1487 frisches Quellwasser fließt, klettern wir die Stadtmauer hoch und bummeln seeseitig entlang. Traumhafte Ausblicke erwarten uns. Nach der Hälfte der ca.1,8 km langen Stadtmauer – sie zieht sich um die gesamte Altstadt – verlassen wir sie und kommen als erstes zur barocken Basilika des Hl. Blasius, in der sich das Altarbild „Maria Himmelfahrt“ des italienischen Malers Tizian befindet. Ein paar Schritte weiter erkennen wir den Rektorenpalast, von wo aus die Geschicke des Stadtstaates geführt wurden. Gleich daneben befindet sich der kleine Onofrio‐Brunnen, der sich für ein Erinnerungsfoto anbietet. An der Stirnseite des Luza‐Platzes ragt der Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert aus der Gebäudefront hervor. Ein paar Meter davor sieht man die im Jahre 1418 im gotischen Stil errichtete Rolandsäule mit der Skulptur des Ritters Roland.

Wir schlendern dann die Hauptstraße – die Placa zurück und werfen noch einen Blick auf den Kreuzgang des Franziskanerklosters. Die Zeit für eine Besichtigung der 1317 gegründeten ersten Apotheke überhaupt reicht für die meisten Teilnehmerleider nicht, denn Zeit für ein Eis, ein kühles Bier oder einen Capuccino in einer der vielen Tavernen entlang der Placa sollte auch sein.

Das Shuttle oder ein Taxi bringt uns zurück zum Schiff, wo wir das Auslaufen um 17.30 Uhr vor einer landschaftlich traumhaften Kulisse wieder bewundern.

Der Kleidungsvorschlag heute ist wieder leger. Wir genießen das letzte Mal das Dinner. Wer mit dem Kofferpacken schon fertig ist, geht zur Entspannung ins Theater. Die Ein‐Mann‐Show eines Bauchredners lässt uns herzhaft lachen, besonders wie er einigen Personen aus dem Publikum das Bauchreden beibringen will.
Wir stellen die Koffer zur Abholung bis 2 Uhr früh auf die Gänge. Von Dubrovnik nach Venedig verbleiben noch 309 Seemeilen.



Samstag, 18. Juni: Heimreise

Gegen 7.30Uhr sollten wir die Kabine verlassen und die Rechnungen beglichen haben. Das Frühstück wird vorher oder nachher eingenommen.

Für die meisten von uns ist die Disco auf Deck 14 Treffpunkt. Dort müssen wir bis etwa 11.15 Uhr ausharren, bis unsere Fliedergruppe zum Auschecken aufgerufen wird.

Die Selbstfahrer sind längst schon über alle Berge. Abwechslung bietet aber die Beobachtung des Ent‐ und Beladens des Schiffes. Lastzüge warten schon und Stapler sausen hin und her, um Gemüse, Salate, Tiefgekühltes in den Bauch des Schiffes zu verladen. Etwa 30 leere Bierfässer à 100 l werden ausgetauscht! Wir Bayern hatten sicherlich unseren Anteil beim Leeren.

Kurz vor 12 Uhr sind unsere beiden Busse fertig beladen und die Heimreise beginnt. Fast Nonstopp geht es durch und ab dem Gardasee regnet es sich ein, bis wir die Alpen überquert haben. Um 20.30 Uhr kommen wir wohlbehalten in Wolnzach an. Der zweite Bus muss noch in Fröttmaning einige Gäste aussteigen lassen, bis auch er kurz darauf in Wolnzach ankommt.

Eine erlebnisreiche Kreuzfahrt geht zu Ende.

Die „Crew“, die Ehepaare Brückner, Bitterle und Zink mit Frau Engelhard‐Kraus bedanken sich recht herzlich bei allen Teilnehmern für die angenehme Zusammenarbeit und würden sich freuen, den einen oder anderen auf einer der nächsten Reisen wieder zu treffen!

 

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